Krankheiten

Multiples Myelom: Tödlich bis chronisch, 4 Stadien & Behandlung

Last Updated on 27/01/2025 by MTE Leben

Was ist multiples Myelom?

Das multiple Myelom ist eine Krebserkrankung der Plasmazellen, einer Art weißer Blutkörperchen, die im Knochenmark vorkommen. Plasmazellen sind ein essenzieller Bestandteil des Immunsystems und produzieren Antikörper, die dabei helfen, Infektionen zu bekämpfen.

Beim multiplen Myelom sammeln sich jedoch krebsartige Plasmazellen im Knochenmark an, verdrängen gesunde Blutzellen und beeinträchtigen wichtige Körperfunktionen. Diese Krebszellen produzieren abnormale Proteine, sogenannte monoklonale Proteine (M-Proteine), die zu verschiedenen Komplikationen führen können.

Stadien und Verlauf:

  • Das multiple Myelom hat vier Stadien.
  • Ein Myelom ohne aktive Symptome wird als „Schwelstadium“ bezeichnet und kann im Blut nicht nachweisbar sein.

Folgen und Symptome:
Multiples Myelom kann die Knochen, das Immunsystem, die Nieren und die roten Blutkörperchen schädigen. Frühe Symptome sind oft unspezifisch und können Folgendes umfassen:

  • Appetitlosigkeit
  • Knochenschmerzen
  • Fieber

In einigen Fällen kann es zu Knochenbrüchen bei leichten Verletzungen oder zu Wirbelsäulenfrakturen ohne erkennbare Ursache kommen, was zur Diagnose führt.

Häufigkeit:
Nach Leukämie ist das multiple Myelom die zweithäufigste Blutkrebsart.

Prognose:
Obwohl das multiple Myelom als behandelbar gilt, ist es in der Regel nicht heilbar. Es wird häufig als chronische Erkrankung betrachtet, die einer langfristigen Behandlung bedarf.

Was verursacht multiples Myelom?

Die genaue Ursache des multiplen Myeloms ist bislang unbekannt. Allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen können:

  • Alter: Das Risiko steigt deutlich ab einem Alter von 60 Jahren.
  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  • Ethnische Zugehörigkeit: Personen mit schwarzer Hautfarbe haben ein höheres Risiko.
  • Familiäre Vorbelastung: Eine Familiengeschichte mit multiplem Myelom kann das Risiko erhöhen.
  • Vorgeschichte von MGUS (Monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz): MGUS ist eine meist gutartige Erkrankung, die durch erhöhte Spiegel eines abnormen Proteins (M-Protein) gekennzeichnet ist. In einigen Fällen kann sich daraus ein multiples Myelom entwickeln.

Diese Faktoren tragen dazu bei, das Risiko für multiples Myelom zu verstehen, auch wenn die genauen Mechanismen noch erforscht werden.

Was sind die Stadien des Multiplen Myeloms?

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Aussichten für jeden mit Multiplem Myelom unterschiedlich sind. Ihre Behandlungsmöglichkeiten und der Allgemeinzustand hängen von verschiedenen Faktoren ab. Die meisten Ärzte teilen das multiple Myelom in vier Stadien ein:

Schwelstadium: Ein Myelom, das keine aktiven Symptome aufweist, wird als “Schwelstadium” bezeichnet. Es kann in diesem Stadium im Blut nicht nachweisbar sein.

Stadium 1

In diesem Stadium erscheint eine kleine Anzahl von Myelomzellen im Blut und Urin. Der Hämoglobinspiegel kann leicht sinken. Knochenröntgenaufnahmen können normal aussehen oder nur einen betroffenen Bereich zeigen.

Stadium 2

Eine mäßige Anzahl von Myelomzellen ist vorhanden. Der Hämoglobinspiegel sinkt weiter. Monoklonale Immunglobulin- und Blutkalziumspiegel können ansteigen. Röntgenaufnahmen können mehrere Bereiche mit Knochenschäden zeigen.

Stadium 3

Dies ist das Endstadium des multiplen Myeloms. Eine hohe Anzahl von Myelomzellen ist vorhanden. Der Hämoglobinspiegel sinkt unter 8,5 Gramm pro Deziliter. Der Kalziumspiegel im Blut ist hoch. Es gibt mehrere Bereiche der Knochenzerstörung aufgrund von Krebs auf dem Röntgenbild.

Wie wird das Multiple Myelom behandelt?

In Abwesenheit von Symptomen (schwelendes Multiples Myelom):

In diesem Stadium ist keine Behandlung erforderlich. Zur Überwachung des Krankheitsverlaufs wird eine regelmäßige Nachsorge empfohlen.

Bei Vorliegen von Symptomen:

Behandlungsmöglichkeiten für multiple Myelom hängt vom Stadium und der Schwere der Erkrankung ab. Eine Kombination von mehr als einer Behandlungsmethode kann empfohlen werden. Zu den Behandlungsoptionen gehören:

Gezielte Therapie:
Gezielte medikamentöse Behandlungen richten sich speziell gegen abnormale Proteine in Krebszellen. Durch die Bindung an diese Proteine töten sie gezielt die Krebszellen. Diese Therapie wird entweder intravenös oder oral verabreicht.

Biologische Therapie:
Biologische Therapien aktivieren das Immunsystem, um Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Sie werden in der Regel in Tablettenform eingenommen.

Chemotherapie:
Chemotherapeutika eliminieren schnell wachsende Zellen, einschließlich Myelomzellen. Die Verabreichung erfolgt intravenös oder oral.

Kortikosteroide:
Kortikosteroide helfen, das Immunsystem zu unterdrücken und Entzündungen zu reduzieren. Sie stehen in oraler und intravenöser Form zur Verfügung.

Knochenmarktransplantation:
Eine Knochenmarktransplantation, auch Stammzelltransplantation genannt, ersetzt erkranktes Knochenmark durch gesundes. Dieses minimal-invasive Verfahren ist ein essenzieller Bestandteil moderner Krebstherapie.

Strahlentherapie:
Strahlentherapie nutzt hochenergetische Strahlen, wie Röntgenstrahlen, um Myelomzellen gezielt anzugreifen und abzutöten.

Diese innovativen Ansätze tragen entscheidend dazu bei, die Behandlungsergebnisse bei Krebserkrankungen zu verbessern.

Wie ist die Prognose des multiplen Myeloms?

Die Prognose des multiplen Myeloms ist altersabhängig. Jüngere Patienten schneiden in der Regel besser ab als ältere Patienten. Andere zugrunde liegende Erkrankungen können die Prognose ebenfalls beeinflussen. Einige können für lange Zeit asymptomatisch sein, mit einem langsamen Fortschreiten der Krebserkrankung.

Patienten, die gut auf die Erstbehandlung ansprechen und eine komplette Remission (symptomfreie Perioden) erfahren, haben eine bessere Prognose. Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachuntersuchungen und Krankheitsmanagement erforderlich. Multiples Myelom gilt als behandelbarer Krebs, ist jedoch im Allgemeinen unheilbar und kann daher als chronisch bezeichnet werden.

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