Anatomie, Funktion und Diagramm des Leistenbandes | Körperkarten

Last Updated on 20/09/2021 by MTE Leben
Das Leistenband wird oft fälschlicherweise als Eileiterband oder Poupart-Band bezeichnet. Der Arzt Poupart bemerkte bekanntlich, dass dieses spezielle Band für die Struktur des Abdomens, insbesondere für Hernienpatienten, wesentlich war. Aus diesem Grund wird das Band oft mit Poupart in Verbindung gebracht.
Dieses oft falsch benannte Ligament bildet ein Band, das von der vorderen oberen Beckenwirbelsäule (befindet sich am mittleren Rand jeder Seite des Beckens) bis zum Schambeinbereich der Wirbelsäule (dem untersten Teil des Beckens) verläuft. Das Leistenband schützt das sich ständig bewegende Gewebe im Rumpf und in den unteren Extremitäten des Körpers. Dieses Band bildet zusammen mit dem M. adductor longus und dem M. sartorius das Oberschenkeldreieck im menschlichen Oberschenkel.
Das Leistenband befindet sich am Boden des Leistenkanals, ein Durchgang in der Bauchdecke, durch den bei Männern der Samenstrang und bei Frauen das runde Band verläuft. Dies ist ein Bereich, in dem sich Hernien entwickeln können.
Hernien treten auf, wenn Weichgewebe durch ein Loch oder eine Schwachstelle in dem Bereich, in dem es sich befindet, drückt. Leistenbrüche sind die häufigste Hernienart und treten bei Männern viel häufiger auf als bei Frauen. Es gibt zwei Arten von Leistenhernien: direkte und indirekte. Direkte Hernien sind das Ergebnis einer Schwachstelle im Leistenkanal. Indirekte Hernien entstehen aufgrund eines natürlichen Defekts im inneren Leistenring, dem Bereich, durch den die Hoden eines Mannes vor der Geburt absteigen.
Männer haben eine 27-prozentige Chance, im Laufe ihres Lebens einen Leistenbruch zu erleiden. Nicht alle Hernien sind gefährlich oder schmerzhaft, aber sie verschwinden nicht von selbst. Hernien werden operativ fixiert und die Bänder im Leistenbereich des Abdomens bieten lebenswichtige Unterstützung bei Hernienoperationen.